Feststellung der grundsätzlichen Verarbeitbarkeit zum Hohlkörper mittels Spritzblasverfahrens sowie ermittlung optimaler Maschineneinstellparameter.
Kommentar
Wie aus dem thermorheologischen Verhalten (siehe Protokoll) ersichtlich, ist die Verarbeitung von PBS zum Hohlkörper schwierig. Neben dem problematischen Anfahren, können nur langsam optimale Parameter für einen stabilen Prozess gefunden werden. Geringe Änderungen in den Einstellparametern führen zur signifikanten Beeinträchtigung der Hohlkörperqualität, wie z.B. Loch im Boden, nicht vollständig ausgeformte Flasche, oder gar zum Abbruch der Produktion. Die optimalen Parameter sind dabei 90°C im Neck- und 85°C im Bodenbereich des Preforms und eine Kühlzeit von 1,5 s. Veränderung der Werkzeugtemperatur um 5 K oder marginale Erhöhung der Kühlzeit bewirken Verdünnung des Flaschenbodens und Entstehung eines Loches. Um alle Konturen gut abbilden zu können, wird mit einem Vorblasdruck von 6 bar und einem maximalen Blasdruck von 8 bar gearbeitet. Die Oberfläche der Flasche ist glänzend, wachsartig und wie bei HDPE unruhig. Die Innenfläche der Flasche ist rau, weist aber keine Inhomogenität oder Fehler auf.
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Protokoll_PBS_1001_1438087718.xlsx
Bewertung
Bewertung Versuchsreihe
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Bewertung Materialklasse
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Ergebnisse
Spritzblasen
Zykluszeit
45 s
Plastifizierzeit
1 s
Einspritzzeit
0,3 s
Nachdruckzeit 1
2 s
Nachdruckzeit 2
2 s
Kühlzeit (SG-Form)
1,5 s
Vorblaszeit
3,5 s
Hauptblaszeit
1 s
Einspritzdruck
65 bar
Nachdruck
42 bar
Staudruck
22 bar
Hauptblasdruck
8 bar
Temperatur Plastifiziereinheit
185 °C
Temperatur Verteiler
175 °C
Blasformtemperatur
20 °C
Bewertung des Verfahrens
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Materialkonditionierung
Gerätebezeichnung
Koch Trockenlufttrockner
Geräteart
Druckluft
Temperatur
60 °C
Zeit
4 h
Spritzgießkavität
Stufe 1
65 °C
Stufe 2
20 °C
Kommentar
Der „Boden“ (Tz 5-6) und „Körper“ (Tz 3-4) des Preforms werden mit Öl temperiert. In der Regel wird der Boden um 20-30 K kälter gefahren als der Körper, damit es beim Umformen im Bereich des Anschnittes nicht zur Rissbildung kommt. Der Bereich des Halses (Tz 1-2) wird mit Wasser gekühlt und ist unmittelbar nach dem Austritt aus der Spritzgießkavität formstabil.